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Gernot Hofmann
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*1946,
Betriebswirt (grad.),
Psychohistoriker
Fotografieren steigert die Wahrnehmung. Es befreit von Ablenkendem und konzentriert auf das Wesen. Irgendwann entdeckte ich, daß ich bevorzugt fotografierte, was Verborgenheiten, Unsichtbarkeiten wahrnehmbar macht: Horizonte, geschlossene Fenster, Nebel, Licht. Fotografie paradox, gewiß.
Mit einer Gruppe von Windbuchen auf dem Schauinsland verbindet mich eine lange Geschichte, die schon begann, noch bevor ich sie und diesen Ort kannte. In großen Abständen wurden mir dort Lebenslinien bewußt, die hinabreichten in Kindheit und Träume und hinein in das, was mich später immer mehr beschäftigte. Bis heute haben diese Linien immer weiter an Gewicht gewonnen. Aber sie führten mich nicht bloß ins Befriedigende, Kreative, Schöne und ihre Vergänglichkeit, sondern wiederholt auch ins Miterleben extremer Destruktivität und ihrer verborgenen, durchaus irdischen Wurzeln.
Bäume, seit je Symbole des Lebens und der Zeit, haben dort oben in Wind und Wetter eine Gestalt ausgeprägt, in der das Zusammenspiel des inneren Wesens mit der Umgebung, in die es hineinwächst, sichtbar wird. Besonders bei Schnee zeigt sich, wie die Bäume vom Wind geformt werden und sie den Wind formen. Aber wie die Wurzeln der Bäume ist das fromende Zusammenspiel selbst verborgen, unsichtbar, zumindest flüchtig wie der Wind. Dies ist es vielleicht, was mich an diesen Bäumen fasziniert.
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