Die Arbeit am Tonfeld®
Das
Setting
Die Arbeit am Tonfeld® stellt ein einfaches, überschaubares Setting bereit, das alle
Handlungsmöglichkeiten zulässt. Auf dem Tisch finden wir einen flachen Holzkasten vor,
der mit Tonerde ausgestrichen ist. Daneben steht eine Schale mit Wasser. Wir sind
eingeladen, dieses Feld (wenn möglich mit geschlossenen Augen) mittels der Hände
wahrzunehmen. Es gibt keinen spezifischen Handlungshinweis außer der Anregung, jedem
Wunsch nachzugehen.
Diese Methode bietet in seinen schlichten Gegebenheiten die Grundelemente unserer
Entwicklung: da ist etwas Greifbares gleichsam die Welt, die herausfordert. Und da
sind die Hände mit ihrem Impuls, zu greifen und zu erfahren. Gleichzeitig ist ein
Begleiter mit uns da, der wahrnimmt, unterstützt und hilft, uns in diesem Erleben zu
begreifen.
Was macht die Arbeit am Tonfeld® aus?
Die Arbeit am Tonfeld® beruht auf der Erkenntnis, dass jede Bewegung, in denen wir uns
artikulieren, unsere gesamte Lebens- und Erfahrungsgeschichte in sich trägt und
ausdrückt. Jedes Hinwenden und Berühren, jedes Greifen zeigt die erworbene und
eingeprägte Weise, wie wir auf die Welt zugehen, ihr begegnen und mit den vielfältigen
Aspekten des Lebens in Beziehung treten.
Das Tonfeld mit seinem Material zeigt uns die Innenseite unserer Wahrnehmung. Indem wir
der Spur unseres eigenen Greifens begegnen, begegnen wir auch der Art und Weise unseres
Tuns, die wir nun weiter entfalten und wandeln können. Geleitet werden wir dabei von dem
tiefen, ursprünglichen Verlangen nach Ausgleich mit uns selbst und nach Erfüllung.
Die Aufgabe des Begleiters ist es dabei, uns in dieser Einsicht wahrzunehmen, zu bezeugen,
Präsenz zu schaffen und unsere Aufmerksamkeit auf das entwicklungsfördernde Detail zu
lenken. |
Was
bewirkt die Arbeit am Tonfeld®?
Was Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Arbeit am Tonfeld® gewinnen können, sind
Stabilität in der Beziehungserfahrung, innere Orientierung in den Lebensbedürfnissen,
Verlässlichkeit und emotionalen Halt, soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl und
Ich-Stärke. Festgefahrene Lebenssituationen kommen wieder in Fluss.
In der zweiten Lebenshälfte geht es unter anderem um den Erwerb einer inneren
Lebensgrundlage. Sie kann dann Basis werden für die Einsicht, dass die Bedingungen zu uns
gehören und uns ausmachen.
Die Arbeit am Tonfeld® ist grundlegend salutogenetisch ausgerichtet und orientiert sich
an elementaren Lebensbedürfnissen und möglichkeiten. Sie bietet
Entwicklungsbegleitung für Kinder und Jugendliche bei z. B. Schulschwierigkeiten,
Verhaltensauffälligkeiten und Traumatisierungen. Erwachsene erfahren Unterstützung bei
seelischen Belastungen wie z. B. Lebenskrisen, Krankheit, Trauer, Sucht.
Die theoretische Eingliederung
Die Methode ist von Prof. Heinz Deuser in 35 jähriger phänomenologischer Arbeit zur
jetzigen Form entwickelt worden. Er lehrt sie heute am Institut für Gestaltbildung in
Hinterzarten.
Die Arbeit greift zurück auf die Archetypenlehre und der Lehre vom kollektiven
Unbewussten von C. G. Jung und E. Neumanns, hinsichtlich ihrer dynamischen Ordnung auf den
Gestaltkreis von V. v. Weizsäcker, bezüglich der Ich-Bildung und des Beziehungserwerbs
auf Arbeiten von J. Piaget, D. W. Winnicott und A. Gehlen.
Peter Birnthaler
Im Wiesenrain 13 ? 79238 Ehrenkirchen
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